Die Zimmerei baut die tragenden Konstruktionen aus Holz: Dachstuhl, Decken, Anbauten, Aufstockungen und Balkone. Bei Sanierungen ist sie oft dann gefragt, wenn ein Dach geöffnet, ein Estrich ausgebaut oder ein Geschoss aufgesetzt wird. Holzbau erlaubt hohe Vorfertigung, was die Zeit am Bau deutlich verkürzt.
Sie erstellt und saniert Dachstühle, baut Decken und Wände in Holzbauweise, führt Anbauten und Aufstockungen aus und stellt Balkone, Vordächer und Carports. Bei Dachsanierungen ersetzt sie schadhafte Sparren, verstärkt die Konstruktion für zusätzliche Lasten und baut die Dämmebene auf, bevor der Dachdecker eindeckt.
Bevor Sie über eine neue Eindeckung entscheiden, gehört der Dachstuhl geprüft. Gesucht wird nach Feuchteschäden an Auflagern, Pilzbefall, Insektenbefall und nach früheren Eingriffen, bei denen Sparren für ein Fenster durchtrennt und nie richtig aufgefangen wurden. Diese Prüfung ist günstig und entscheidet, ob eine Reparatur genügt oder die Konstruktion erneuert werden muss.
Holzelemente werden in der Werkstatt gefertigt und auf der Baustelle montiert. Das verkürzt die Zeit, in der das Gebäude offen und wetterabhängig ist, erheblich. Der Preis dafür ist ein früherer Planungsabschluss: Was vorgefertigt wird, lässt sich auf der Baustelle nicht mehr spontan ändern. Klären Sie Öffnungen, Leitungsführungen und Anschlüsse deshalb vor der Produktion.
Anbauten, Aufstockungen und der Ausbau eines Dachstocks zu Wohnraum sind bewilligungspflichtig und berühren Ausnützungsziffer, Gebäudehöhe und Grenzabstände. Diese Vorgaben sind kantonal und kommunal geregelt, klären Sie sie vor der Planung ab. Für die Tragstruktur braucht es zusätzlich die Nachweise eines Bauingenieurs.
Am Dach arbeitet die Zimmerei eng mit Dachdecker und Spengler zusammen, das Gerüst brauchen alle drei. Bei Aufstockungen kommen Bauingenieur und Baumeister für die Auflager dazu. Für den Innenausbau folgen Gipser und Schreiner. Legen Sie die Schnittstellen zwischen Zimmerei und Dachdecker schriftlich fest, insbesondere wer die Unterdachbahn stellt.
Guter Holzschutz ist zuerst konstruktiv und erst danach chemisch. Entscheidend sind ausreichende Dachüberstände, Spritzwasserschutz am Sockel, hinterlüftete Aufbauten und Details, an denen Wasser ablaufen statt stehen kann. Wo diese Punkte stimmen, hält eine Holzkonstruktion Jahrzehnte ohne Behandlung. Fragen Sie die Zimmerei deshalb nicht nur nach dem Anstrich, sondern nach den Details: Wie ist der Sockelanschluss ausgebildet, wie wird die Konstruktion hinterlüftet, wo sind die kritischen Punkte. Das sind die Antworten, an denen Sie eine gute Zimmerei erkennen.