Das Gerüst ist selten der Posten, über den man nachdenkt, und oft der, der den Terminplan bestimmt. Dachdecker, Spengler, Fassadenbauer und Maler brauchen es alle, und jeder Tag Standzeit kostet. Wer die Gewerke am Gerüst sauber hintereinander legt, spart mehr als über den Quadratmeterpreis zu verhandeln.
Er montiert Arbeits- und Fassadengerüste, Schutzgerüste gegen Absturz, Wetterschutzdächer und bei Bedarf Aufzüge für Material. Dazu gehören die Verankerung am Gebäude, die Absturzsicherung, die Kennzeichnung sowie die vorgeschriebenen Kontrollen während der Standzeit. Am Ende demontiert er und stellt die Umgebung wieder her.
Gerüste werden üblicherweise mit einer Grundmiete für eine definierte Standzeit und einem Zuschlag für jede weitere Woche verrechnet. Verzögert sich ein Gewerk am Gerüst, läuft die Miete für alle weiter. Legen Sie deshalb die Reihenfolge der Arbeiten am Gerüst fest, bevor Sie bestellen, und vereinbaren Sie die Standzeit realistisch statt knapp.
Prüfen Sie, welche Grundstandzeit enthalten ist und was jede Verlängerungswoche kostet. Klären Sie, ob Auf- und Abbau, Verankerungen, Wetterschutz, Schutznetze und allfällige Bewilligungen für die Nutzung von öffentlichem Grund enthalten sind. Bei Gerüsten über Trottoirs oder Strassen braucht es meist eine Bewilligung der Gemeinde, die Zeit kostet.
Ein Gerüst muss vor der ersten Benutzung freigegeben und während der Standzeit regelmässig kontrolliert werden. Veränderungen am Gerüst darf nur der Gerüstbauer vornehmen, nicht das Gewerk, dem gerade ein Brett im Weg ist. Halten Sie das gegenüber allen Beteiligten fest, denn als Bauherrschaft tragen Sie Mitverantwortung für die Sicherheit auf Ihrer Baustelle.
Am selben Gerüst arbeiten meist Dachdecker, Spengler, Fassaden- und Dämmungsbetriebe sowie Maler, teils auch der Fensterbauer und die Photovoltaikmontage. Sprechen Sie die Reihenfolge früh ab und tragen Sie die Termine in einen gemeinsamen Plan ein. Das ist der wirksamste Hebel, um die Gerüstkosten tief zu halten.
Ein Gerüst macht die Obergeschosse zugänglich, auch für Unbefugte. Während der Standzeit steigt das Einbruchrisiko messbar, besonders wenn das Objekt unbewohnt ist. Wirksam und günstig sind das Entfernen der untersten Leiter oder Aufstiegsleiter über Nacht, eine Beleuchtung an der Fassade und geschlossene Fenster auch im Sommer. Melden Sie das Gerüst zudem Ihrer Hausratversicherung: Manche Policen enthalten Obliegenheiten für die Zeit, in der ein Gerüst steht, und eine unterlassene Meldung kann die Leistung im Schadenfall kürzen.